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Nachlese zur ersten Tagung der DGK-DVG

Am Sonntag, dem 21. Oktober 2012 fand im Congress Center Düsseldorf die erste Tagung der DGK-DVG für Tierhalter und Züchter statt.
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Medizinische Neuigkeiten rund um Tierhaltung und Zucht wurden von veterinärmedizinischen Experten erklärt.
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Unsere Mitglieder haben teilgenommen, fleißig mitgeschrieben und lassen Sie an ihren Mitschrieben der aktuellen Erkenntnisse teilhaben.
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Nicht nur innerhalb unseres Vereins, sondern auch allgemein in der Züchterszene sowie unter interessierten Liebhabern wurde mit großen Erwartungen den ersten Berichten von diesem ersten Kongress für Tierhalter und Züchter entgegengefiebert.
Leider konnten nicht alle interessierten Katzenzüchter und Liebhaber an diesem Kongress teilnehmen.
Es wäre sehr schade, wenn die große Nachfrage nach Wissen aus Expertenhand im Umfeld dieser Tagung wirkungslos "verpuffen" würde.
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Sehr viele Punkte, die in den Vorträgen der Experten angesprochen wurden, sind existenziell wichtig für eine gesunde Rassekatzenzucht in der Zukunft und sollten keinesfalls einem elitären Kreis von Kongressteilnehmern vorbehalten bleiben.
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Da den Teilnehmern auch auf Nachfrage leider keine Zusammenfassungen der einzelnen Referentenvorträge ausgehändigt wurden, haben wir uns entschieden, zumindest die privaten Mitschriften unserer Mitglieder der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Bitte haben Sie deshalb Verständnis dafür, dass die Zusammenfassung dieser Mitschriften nicht zu 100 % das gesprochene Wort und die gezeigten Charts wiedergeben kann.
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Sollten Sie Ergänzungs- oder Änderungsvorschläge dazu haben, geben Sie uns bitte gerne einen entsprechenden Hinweis.
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1. Dr. Markus Eickhoff - Zahngesundheit
2. Prof. Dr. Anne-Rose Günzel-Apel - Gynäkologie & Andrologie
3. Dr. Pasquale Piturru - Katzenverhalten
4. Dr. Hermann Egberink - Infektionskrankheiten & Impfmanagement
5. Dr. Elisabeth Dietschi - Gentests in der Katzenzucht – Sinn und Nutzen
6. PD Dr. Gerhard Wess - Kardiologie I
7. Dr. Jan-Gerd Kresken - Kardiologie II
8. Prof. Dr. Andrea Fischer - Neurologie
9. Dr. Kerstin Amort - Bewegungsapparat
10. Prof. Dr Jürgen Zentekt - Ernährung

Dr. Markus Eickhoff - Zahngesundheit

Ist Zahnfleischrötung behandelbar?
Gingivitis und FORL-Update zu Krankheit und Therapie

    Zahnarzt und Tierarzt
    Autor: „Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bei Klein- und Heimtieren“, Enke Verlag; „Das Hundezahnbuch“ sowie „Das Katzenzahnbuch“, Parey Verlag
    Past-President der „Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde“ (DGT)
    Kontakt
    Tierärztliche Fachpraxis für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde
    Iptinger Straße 48
    71287 Weissach

Symptome:

Herr Dr. Eickhoff erläuterte anhand einiger eindrucksvoller Aufnahmen Zahn- und Zahnfleisch- erkrankungen.
Da die Katze ein Künstler im Verbergen von Schmerzen sei, sei es sehr sehr wichtig auf irgendwelche Anzeichen zu achten.
Ein Anzeichen sei, wenn die Katze Mundgeruch habe. Herr Dr. Eickhoff betonte, dass eine gesunde Katze entgegen der weitläufigen Meinung keinen Mundgeruch habe. Wenn die Katze nicht mehr fresse und sie Mundgeruch habe, sei die Zahn- bzw. Zahnfleischerkrankung schon in vollem Gange und es sollte schnellstmöglich etwas dagegen getan werden.
Zahnerkrankungen könnten schon im Alter von 1 bis 1,5 Jahren auftreten.

Behandlung:

Herr Dr. Eickhoff warnte davor, dass eine nicht behandelte Zahnfleischentzündung in eine Parodontitis übergehen könne. Diese wiederum könne zu Herzschädigungen führen!
Wenn Probleme im Zahnbereich der Katze vorlägen und sie Schmerzen habe, werd sie sich nicht freiwillig ins Maul schauen lassen. Der kurze Augenblick, den man dann bei der Untersuchung habe, lasse in der Regel keine sichere Diagnosestellung zu. Deshalb empfahl er zur eindeutigen Diagnosestellung immer eine Röntgenaufnahme vom Geschehen machen zu lassen. Nach seinen Worten sei das Röntgen sehr wichtig, um FORL zu erkennen.
In leichten Fällen von Zahnbelag und Zahnfleichentzündung sei die Laserbehandlung eine gute Möglichkeit, die Zähne schonend zu reinigen und gleichzeitig die Zahntaschen zu desinfizieren. Auch hierdurch bestünden sehr Heilungschancen.
Herr Dr. Eickhoff riet, bei ernsthafteren Zahnerkrankungen, die betroffenen Zähne zu extrahieren. Die Katze werde somit rasch schmerzfrei und Entzündungen gingen weitestgehend bis ganz zurück. Fehlende Zähne störten die Katze bei der Futteraufnahme nicht.
Nach seinen Worten sei das Röntgen gerade deshalb sehr wichtig, um FORL zu erkennen.
Jede 3. Katze entwickele FORL! Hierbei verwüchsen die Zähne mit dem Kieferknochen und griffen diesen an. Die Entfernung dieser Zähne sei sehr schwierig. Aber auch hier bringe es der Katze Entzündungs- und Schmerzfreiheit! Der Auslöser für FORL sei derzeit noch unbekannt.

Vorbeugung:

Herr Dr. Eickhoff riet, durch Pflege vorzubeugen z. B. mit Fingerlingen oder Zahnbürsten für Katzen Zähne putzen! - Die Gewöhnung erfolge am besten bereits im Kittenalter durch Spiel und Belohnung!
Es gäbe spezielle Zahnputzmittel mit Huhngeschmack, die als Leckerli gegeben werden könnten sowie zusätzlich Spezialfutter.

Prof. Dr. Anne-Rose Günzel-Apel - Gynäkologie & Andrologie

Tierärztliche Maßnahmen zur Förderung und Unterdrückung der Fruchtbarkeit

    Hauptarbeits-, Interessens-, Forschungsgebiete
    Diagnostik und Therapie von Eierstockfunktionsstörungen bei Hund und Katze
    Diagnostische Vorgehensweise in der präpartalen Phase der Trächtigkeit
    Embryonaler/fetaler Fruchttod
    Pathogenese Endometritis/Pyometra bei der Hündin
    Bedeutung von Prolaktin und Relaxin in der Fortpflanzung des männlichen Hundes
    Fruchtbarkeitsdiagnostik bei Rüde und Kater
    Samenkonservierung und instrumentelle Samenübertragung beim Hund
    Kontakt
    Reproduktionsmedizinische Einheit der Kliniken
    Klinik für Kleintiere
    Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
    Bünteweg 15
    30559 Hannover

Zyklus der Katze

Frau Dr. Günzel-Apel erklärte kurz den Zyklus der Fruchtbarkeit keiner Katze:
Proöstrus: 1 - 3 Tage
Östrus: 6 - 7 Tage
Postöstrus: 1 - 2 Wochen

Ovulation der Katze

Die Ovulation - die Eierfreisetzung bei einer Katze erfolge nur durch Stimulation. Die Stimulation werde durch den Reiz der Hornfortsätze am Penis des Katers ausgelöst. Ein Kastrat könne eine Stimulation nicht auslösen, da sich durch die Entfernung der Hoden die Hornfortsätze am Penis zurückbildeten. Wenn keine Deckung gewünscht sei, empfehle sie als Ovulationsauslöser Receptal einzusetzen.

Embryonale und fetale Entwicklung:

Wichtigste Phase für die ungeborenen Kitten seinen die ersten 21 Tage nach erfolgreicher Deckung. Dies sei die sensibelste Phase und besondere Vorsicht sei geboten, was z. B. Medikamentengabe an die trächtige Katze usw., anbelange. Die anschließende Phase sei das Fetalstadium (ab 28 Tage nach erfolgreicher Deckung).

Trächtigkeitsfeststellung:

Frau Dr. Günzel-Apel informierte darüber, dass 1 Woche nach dem Deckakt durch eine Progesteronmessung festgestellt werden könne, ob die Katze tragend sei; alternativ sei dies 14 Tage nach dem Deckackt durch Ultraschall erkennbar.

Samenuntersuchung:

Eine Samenuntersuchung des Katers sei laut Frau Dr. Günzel-Apel möglich, Ejakulatbeschaffung erfolge durch Elektrolyse.

Unterdrückung der Fruchtbarkeit:

Beim Kater sei dies durch die Gabe von Tardastrex möglich,
bei der Katze durch ein Melatoninimplantat (Melovin), welches in Deutschland noch nicht erhältlich sei. Die Wirkung des Implantats betrüge ca. 3-4 Monate.
Grundsätzlich riet Frau Dr. Günzel-Apel von der hormonellen Behandlung der weiblichen Katze mittels “Pille” dringend ab.

Dr. Pasquale Piturru - Katzenverhalten

Problemkreis Unsauberkeit – Tipps für Therapie und Verhaltensänderung

    Fachtierarzt für Kleintiere und Verhaltenskunde
    Eigene Kleintierpraxis in Pinneberg
    Arbeitsschwerpunkt Hundeverhalten und Verhaltenstherapie
    Kontakt
    Elmshorner Straße 47a
    25421 Pinneberg
    www.piturru.de

Dr. Piturrus Vortrag enthielt leider nichts bahnbrechend Neues für vorinformierte Katzenhalter.
Weiterführende Infos unter http://www.feli-care.de/
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Dr. Piturru führte aus, Katzen markierten auf verschiedene Weise und drückten damit verschiedene Gemütszustände aus. Das „Köpfchengeben“ sei die höchste Form der Zuneigung; eine abgeschwächte Variante „das Wohlfühlgefühl zeigen“ sei das Reiben mit dem Kinn an Gegenständen oder am Menschen.
Wenn Katzen plötzlich mit Kratzen oder Harnmarkieren begännen, sei oft Stress oder Angst der Auslöser. Das Kratzen sei die stärkste Form; das Harnmarkieren sei die abgeschwächte Variante.
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Die Quintessenz seines Vortrages war der Satz:

    “Störendes Verhalten ist meistens keine Verhaltensstörung”

Oft werde artgerechtes Verhalten der Katzen vom Menschen als Verhaltensstörung bezeichnet, nur weil der Mensch es als störend empfände.

Dr. Hermann Egberink DVM, PhD
 - Infektionskrankheiten & Impfmanagement

Update zu Impfungen und Infektionskrankheiten wie z. B. FIP und deren Vorbeugung

    Associate Professor Utrecht University
    Abteilung für Virologie und Klinische Infektiologie der Veterinärmedizinischen Fakultät in Utrecht (NL)
    Unterrichtet in allgemeiner Mikrobiologie und Viruskrankheiten
    Spezialist für veterinärmedizinische Mikrobiologie
    Forschung in den Gebieten Pathogenese, Diagnostik, Epidemiologie und Prävention von Viruskrankheiten bei Heimtieren
    Mitglied im Europäischen Beirat für Katzenkrankheiten (ABCD: advisory board on cat diseases)
    Kontakt
    Faculty of Veterinary Medicine
    Abteilung Infektionskrankheiten und Immunologie
    Yalelaan 1
    3584 CL Utrecht

Impfempfehlungen:

Dr. Egberink führte aus, generell bestimme die Haltungsform der Katze, welche Impfungen notwendig seien. Nicht jede Impfung sei für jede Katze sinnvoll. Die allerwichtigste Impfung sei die gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Diese Impfung sei eine Pflichtimpfung für alle Katzen, egal wie die Haltungsform sei.
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Herr Dr. Egberink empfahlt folgende Impfungen für Liebhabertiere als Mindestmaß:

  • Panleukopenie (Katzenseuche)
  • Calici/ Herpes (Katzenschnupfen)
  • Tollwut bei Freigängern (in Holland sei Tollwut nicht mehr vorgeschrieben!)

Bei Zuchttieren müsse von Fall zu Fall entschieden werden, welche Impfungen nötig seien.
Grundsätzlich gelte: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Grundimmunisierung:

Die Grundimmunisierung der Kitten solle nach seinen Angaben folgendermaßen ablaufen:
Erste Impfung frühestens ab der 6. Woche, falls die Kitten nicht mehr bei der Mutter tränken.
Das normale Impfschema umfasse drei Gundimmunisierungen:
Mit 8 Wochen – mit 12 Wochen – mit 16 Wochen.
Herr Dr. Egberink empfahl nach 15 Monaten eine erste Wiederholungsimpfung, danach alle 3 Jahre.
Weiterführende Infos unter http://abcd-vets.org

FIP Feline Infektiöse Peritonitis:

Herrn Dr. Egberink erklärte anhand einer Folie den Verlauf einer FIP-Erkrankung.
Laut neuesten Erkenntnissen werde das FIP-Virus (eine Mutation des Felinen Coronavirus) nicht über den Darm ausgeschieden, sondern ziehe sich in die Organe zurück und lasse dort die bekannten Krankheitssymptome entstehen.
Was eine an FIP erkrankte Katze weiter ausscheide seien (unmutierte) Coronaviren!
Insofern könnten sich weitere Katzen im Bestand sehr wohl mit dem Felinen Coronavirus anstecken, jedoch nicht direkt und unmittelbar mit dem FIP-auslösenden, mutierten Virus!
Ein FIP-Fall in der Katzengruppe bedeute nach seinen Worten deshalb nicht, dass andere Katzen der Gruppe zwingend ebenfalls FIP entwickelten.
Bei FIP handele es sich seiner Meinung nach vielmehr um Einzelfälle.
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Herr Dr. Egberink riet zu folgender Vorbeugung:

  • Kleine Gruppen mit 8-10 Katzen
  • Hygiene Katzentoiletten
  • Das Mittel der Wahl sei die Unterstützung des Immunsystems, da Coronaviren immer und überall vorhanden seien.

Herr Dr. Egebrink wies darauf hin, dass die Frage sei, ob und wenn ja, wann die Coronaviren degenerierten und ob das Immunsystem eine passende Antwort darauf habe.

Dr. phil. nat. Elisabeth Dietschi, PhD
 - Gentests in der Katzenzucht – Sinn und Nutzen

Funktionsweise, Einsatz, Sicherheit und klinische Relevanz ausgesuchter Tests

    Assistentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Genetik der Vetsuisse Fakultät der Universität Bern
    Hauptfokus in der Forschung: Erbkrankheiten beim Hund und das Entwickeln sinnvoller Zuchtstrategien
    Kontakt
    Vetsuiss-Fakultät Universität Bern
    Institut für Genetik
    Bremgartenstrasse 109a Postfach 8466
    CH-3001 Bern

Validierte Gentests:

Laut Frau Dr. Dietschi sollten nur validierte Gentests angewendet werden!
Validierte Gentests für Katzen seien z.B. Gentests auf Fell-Farben.

HCM-Gentest:

Nach Meinung von Frau Dr. Dietschi würden im Internet zahlreiche Tests angeboten, die nicht validiert seien und nichts brächten, außer den Anbietern Einnahmen (so z. B. bei den Maine Coon (MCO) die HCM-Gentests und der PKD-Gentest oder bei den Briten der PKD-Gentest).
Darüber hinaus gäbe es auch keine „Aufsichtsbehörde", kein "Kontrollorgan“, das solche Gentests hinterfragen bzw. die Sinnhaftigkeit bestätigen könnte.
Nach Frau Dr. Dietschis Worten heiße dies im Klartext, dass jedes Forschungslabor (wie es im Falle des zweiten HCM-Gentests für MCO geschehen sei) einen Gentest auf den Markt bringen könne, der rein gar nichts aussage und niemandem etwas brächte, außer den Laboren selbst die Geldeinnahmen.
(Herr Dr. Wess und Herr Dr. Kresken teilten im späteren Vortrag diese Ansicht und zeigten sich zudem nicht sicher, ob in absehbarer Zeit ein wirklich hilfreicher Gentest entwickelt werden könne.)
Nach Aussage von Frau Dr. Dietschi seien die derzeit angebotenen Gentests zur Feststellung von HCM bei MCO gänzlich ungeeignet und hätten keinerlei Aussagekraft. Bereits in der Dissertation von Dr. Christel Schinner 2009 sei nachgewiesen worden, dass 21,13% der herzgesunden Tiere im Gentest positiv für den A31P- und 32,84% für den A74T-SNP waren, während 75% der HCM-Gruppe das gesunde Allel bezüglich des A31P- und 50% bezüglich des A74T-SNPs getragen hätten.
Die Allelfrequenzen zwischen den Phänotypgruppen hätten sich laut dieser Studie nicht signifikant unterschieden. Anhand der vorliegenden Studienpopulation bestünde kein Hinweis, dass bereits vermarktete Gentests einen prädiktiven Wert besäßen.
Die Ergebnisse der Studie von Schinner würden u. a. durch die Studie von Carlos Sampedrano C., et al. Unité de Cardiologie d'Alfort, Maisons-Alfort, France gestützt.

PKD-Gentest:

Frau Dr. Dietschi wies mehrmals darauf hin, dass der PKD-Gentest ausschließlich für Perser und deren direkte Abkömmlinge geeignet sei, nicht aber für weiter entfernte Abkömmlinge!
Für Hybriden gäbe es übrigens gar keine gültigen Gentests!
(Dies wurde später von den HCM Experten Herrn Dr. Kresken und Herrn Dr. Wess nochmals bestätigt!)
Frau Dr. Dietschi betonte ausdrücklich, dass der PKD-Schall äußerst wichtig sei, denn diese Erkrankung sei alles andere als schön und mit im PKD-Schall positiven bzw. im PKD-Gentest homozygot positiven Tieren solle auf keinen Fall gezüchtet werden.
Mit im Gentest heteropositiven Tieren solle nur unter der Prämisse gezüchtet werden, dass die betroffenen Tiere nur mit PKD-negativen Tieren verpaart und daraus nur PKD-negativer Nachwuchs weiter in der Zucht eingesetzt werden solle.

SMA-Gentest:

Der SMA-Gentest sei laut Frau Dr. Dietschi für die Maine Coon geeignet und auch sinnvoll. Allerdings gäbe es nach den Worten von Frau Dr. Dietschi ähnliche Krankheitsbilder, die fälschlicherweise SMA zugeordnet würden.

Gentests allgemein:

Grundsätzlich gab Frau Dr. Dietschi auch zu bedenken, dass es keine grundsätzliche Gewähr dafür gäbe, dass, wenn beide Elterntiere in einem Gen negativ getestet seien, dann auch der Nachwuchs automatisch negativ sei. Es sei schon zu oft vorgekommen, dass einmal der Kater die Katze verwechselt habe und umgekehrt ;-). Es gäbe da wohl diverse Stammbäume...

HCM-Gentest Studie:

An Frau Dr. Dietschis Schweizer Uni in Bern arbeite man an einem Gentest für HCM, es würden Blutproben von erkrankten und gesunden Katzen gesucht, die kostenlos archiviert würden.
http://www.genetics.unibe.ch/content/forschung/katze_hcm/index_ger.html

Hinweis zu Forschungsmethoden

Frau Dr. Dietschi erläuterte ein Beispiel für die Anzahl an Blutproben, die benötigt würden, um einen Erbgang zu „beweisen“:

Erbgang

erkrankte Tiere

gesunde Tiere

Monogram rezessiv

10

10

Monogen dominant

25

25

Komplex

>100

>100

Allgemeine Hinweise zur Zuchtgenetik:

Frau Dr. Dietschi sprach sich für die Ansicht langjähriger Züchter aus, dass zu starkes Selektieren und zu viel Inzucht auf Dauer in der Zucht alles kaputt mache. Ihrer Meinung nach solle der Zuchtgedanke und nicht die Schönheit im Vordergrund stehen. Ein für die Zucht relevantes, wertvolles Tier müsse nicht zwangsläufig ein tolles Tier für die Ausstellung sein!!

PD Dr. Gerhard Wess - Kardiologie I

Die „Gesichter“ der Kardiomyoptahie – HCM ist nicht alles

    Dr. med.vet, Dr.habil., Dipl. ACVIM (Kardiologie)
    Dipl. ECVIM-CA (Kardiologie), Dipl. ECVIM-CA (Innere Medizin)
    Forschungsschwerpunkte:
    Kardiomyopathien bei Hund und Katze, speziell: die dilatative Kardiomyopathie (DCM)
    beim Hund
    feline Kardiomyopathien wie z. B. die HCM bei Katzen
    Genetik von Herzerkrankungen, neue Echokardiographische Methoden
    Kardiale Biomarker, verschiedene Therapiestudien bei unterschiedlichen Herzerkrankungen
    Interventionelle Kardiologie (katheter-basierte Operationen bei angeborenen Herzerkrankungen)
    Kontakt
    Medizinische Kleintierklinik
    Ludwig-Maximilians-Universität
    80539 München

Bluttest NT-proBNP:

Herr Dr. Wess wies darauf hin, dass es zwei Bluttests gibt, die beim Haustierarzt durchgeführt werden könnten:

  • NT-proBNP
  • Troponin I

Erhöhte Werte könnten laut Herrn Dr. Wess auf HCM hinweisen, diese Bluttests ersetzten jedoch auf keinen Fall den Schall beim Kardiologen. Sie dienten nur als erste Diagnostik, wenn zeitnah und/oder in der unmittelbaren Nähe kein Kardiologe verfügbar sei!

Keine ”Alters-HCM”:

Herr Dr. Wess führte aus, dass es keine "Alters-HCM" gäbe. Dies sei nach seinen Worten ein erfundener Begriff. Vielmehr handele es sich immer um eine primäre oder eine sekundäre HCM. Auch in der älteren Katze liege immer ein genetisches Geschehen vor, das bis dahin nur nicht entdeckt oder nicht auffällig wurde; es sei denn, es könne eine Ursache für eine sekundäre HCM gefunden werden.

HCM-Gentests:

Herr Dr. Wess distanzierte sich ganz klar und deutlich von den HCM-Gentests und zeigte sich nicht sicher, ob in absehbarer Zeit ein hilfreicher Gentest entwickelt werde.

Zertifizierte Kardiologen:

Herr Dr. Wess als auch Herr Dr. Kresken betonten, dass die kardiologische Zuchtuntersuchung von erfahrenen und zertifizierten Kardiologen durchgeführt werden solle!! Es gäbe zu viele Abweichungen in den Untersuchungen der unterschiedlichen Schallärzte. Das allerwichtigste sei, nach fest definierten Standards zu schallen und dies setze sehr gute Kenntnisse voraus.
Dies sei auch deshalb wichtig, um eine einheitliche Beurteilung und Vergleichbarkeit der Werte zu ermöglichen.

Alter beim Schall:

Wenn ein Tier mit 1 Jahr geschallt werde, bestehe laut Herrn Dr. Wess die Möglichkeit, ein Tier mit einer schweren Verlaufsform der HCM bereits in diesem jungen Alter zu diagnostizieren. Seinen Ausführungen nach seien Schallungen zu einem späteren Zeitpunkt jedoch aussagekräftiger. Nicht alle HCM-Fälle hätten eine schwere Verlaufsform.
Um relativ sicher sein zu können, dass Tiere keine HCM entwickelten, empfahl er, Kater mit 2 Jahren und Katzen mit 3 - 4 Jahren schallen zu lassen. Optimal wäre es, erst danach die Tiere zur Zucht einzusetzen.

Schall von Liebhabertieren:

Herr Dr. Wess regte an, alle Maine Coon Katzen sollten geschallt werden - auch Liebhabertiere.

Schall von Zuchttieren:

Zuchttiere sollen laut Herrn Dr. Wess ab etwa 1 Jahr zum ersten Mal vorgeschallt, und danach regelmäßig weiter geschallt werden. Ein positives Ergebnis im Alter von 1 Jahr solle zum Zuschtausschluss führen.
Fatal für die Entwicklung einer Rasse sei, die Tiere mit einem Jahr einmalig schallen zu lassen und dann mit rund 3 Jahren, nicht mehr nachgeschallt, als Liebhabertier abzugeben.
Laut Herrn Dr. Wess zeige sich erst dann, ob das Tier wirklich HCM negativ sei oder nicht.

Dr. Jan-Gerd Kresken - Kardiologie II

Die Paw-Ped-Database – eine Präsentation der ersten Analyse-Ergebnisse

    Fachtierarzt für Kleintiere, Kardiologie, Sonographie, Röntgenologie
    Dr. Kresken war 2012 verantwortlich für das wissenschaftliche Programm des DGK-DVG Tierärztekongresses und des Fortbildungstages für Tierhalter und Züchter in Düsseldorf
    Leiter der kardiologischen und bildgebenden Abteilung der Tierklinik Kaiserberg in Duisburg
    Arbeitsschwerpunkte Langzeiterfassung Herzerkrankungen Deutsche Dogge, pulmonale Transitzeiten als Maß für Herzfunktion und Beteiligung an Therapieanwendungsstudien: QUEST, EPIC, SPIDICAM
    Vorsitzender des Collegium Cardiologicum e. V., Gründungsmitglied und Vorstand der Arbeitsgruppe Kardiologie der DGK-DVG, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des VDH e. V., Mitglied in DEGUM, ESVC, ESVDI, VCS-BSAVA, VAgPKD
    Kontakt
    Tierärztliche Klinik für Kleintiere am Kaiserberg
    Wintengsstraße 81-83
    47058 Duisburg

Neues HCM-Schall-Formular:

Herr Dr. Kresken stellte ein neues Formular für HCM Schall vor, das ab 2013 zum Einsatz kommen soll. Das Formular sei in Abstimmung mit Pawpeds vom Collegium Cardiologicum entwickelt worden.
Dieses einheitliche Formular, wie es für Hunde bereits im Einsatz sei, fordere laut Herrn Dr. Kresken noch mehr konkrete Daten ab. Damit sei eine noch bessere und einheitliche Vergleichbarkeit gewährleistet

Pawpeds-Datenbank:

Innerhalb der Pawpeds-Datenbank seien nach den Worten von Herrn Dr. Kresken die meisten HCM Fälle (absteigend geordnet) zu finden bei den folgenden Rassen:

  • Maine Coon
  • Norwegische Waldkatzen
  • Britisch Kurzhaar und
  • Sibirische Katzen
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    (Anmerkung: Diese Rassen sind in der genannten Reihenfolge auch diejenigen, von denen insgesamt am meisten Katzen geschallt werden. Prozentual gesehen sind lt. Pawpeds-
    Auswertung
    die o. g. Rassen nicht die am stärksten HCM betroffenen.)

Leider ließen laut Herrn Dr. Kresken nicht alle Züchter bei Pawpeds eintragen, weshalb eine Analyse dieser Daten nie vollständig sein künne.
Herr Dr. Kresken war der Meinung, dies kam bei einem Gespräch außerhalb des Vortrags zur Sprache, dass es in der Katzenzucht einen Dachverband geben müsse, wie bei den Hundezüchtern. Denn dann gäbe es das ganze Dilemma um nicht geschallte Katzen und nicht veröffentlichte Schallbefunde nicht.

VDH-Datenbank:

Die Datenbank der Hundezucht wurde von Herrn Dr. Kresken kurz vorgestellt, da dort in vorbildlicher Weise alle Ergebnisse, für alle nachvollziehbar zusammen liefen!

IG Herzgesunde Katze e. V.:

Herr Dr. Kresken sprach kurz unsere IG Herzgesunde Katze e. V. an. Er rief dazu am Beamer kurz die Homepage der IG HGK auf und meinte, die IG HGK wäre vielleicht ein Weg zur Bewältigung der oben genannten Probleme.

Zertifizierte Kardiologen:

Sowohl Herr Dr. Kresken als auch Herr Dr. Wess betonten, dass die kardiologische Zuchtuntersuchung von ERFAHRENEN und ZERTIFIZIERTEN Kardiologen durchgeführt werden solle!! Es gäbe zu viele Abweichungen in den Untersuchungen der unterschiedlichen Schallärzten. Das allerwichtigste sei, nach fest definierten Standards zu schallen und dies setze nun einmal sehr gute Kenntnisse voraus.

HCM-Gentest:

Auch Herr Dr. Kresken distanzierte sich anhand von Folien ganz klar und deutlich von den HCM- Gentests und zeigte sich nicht sicher, ob in absehbarer Zeit ein hilfreicher Gentest entwickelt werde. Wie Herr Dr. Kresken ausführte, wurde der 2. Gentest für die MCO vom Erfinder selbst zurückgezogen, da nicht ausgereift/aussagekräftig.

Prof. Dr. Dr. habil. Andrea Fischer - Neurologie

Entstehung und Klinik von Taubheit, Polyneuropathien
und anderen Missbildungen des ZNS

    Leitung Service Neurologie, Zentrum für Klinische Tiermedizin, LMU München
    Interessens-, Forschungsgebiet: Epileptische Anfälle und Epilepsie bei Hund und Katze, neuromuskuläre Erkrankungen, Taubheit, Gehirnmissbildungen
    Kontakt
    Zentrum für Klinische Tiermedizin
    Medizinische Kleintierklinik
    Veterinärstraße 13
    80539 München

Polyneuropathie (Bengalen):

Frau Prof. Fischer erläuterte, dass eine neue Nervenkrankheit (Polyneuropathie - eine Nervenentzündung außerhalb des Rückenmarks) bei Bengalen aufgetreten sei. Diese äußere sich in fehlender Kraft zu springen, lebhaft zu spielen etc.. Betroffene. Katzen hätten keinerlei Schmerzen und wie man nun festgestellt habe, bessere sich diese Erkrankung in den meisten Fällen von alleine (30 % Besserung / 50 % Heilung).
Bis zu dieser Erkenntnis seien jedoch leider viele Tiere „von ihrem Leiden“ erlöst worden!
Eine ähnliche Erkrankung sei bei der Snowshoe-Katze entdeckt worden.

Weitere Polyneuropathien:

Frau Prof. Fischer stellte weitere, eher seltene Polyneuropathien vor, die oft genetisch bedingt seien. Besondere Vorsicht und eine genaue Diagnostik sei angeraten, da diese Erkrankungen oft im gleichen Alter wie eine FIP aufträten und bei oberflächlicher Betrachtung der Symptome die Verwechslungsgefahr somit sehr hoch sei!

SMA Gentest

Laut Frau Prof. Fischer sei mit dem SMA Gentest die Erkrankung bei der MCO zu entdecken. Der Zuchtausschluss positiver Tiere sei ihrer Meinung nach zwingend erforderlich. Diese Krankheit sei eine neurologische Störung in der Muskulatur, sie führe zur völligen Bewegungsunfähigkeit und unterliege einem rezessiven Erbgang.

Epilepsie:

Frau Prof. Fischer erläuterte, dass die Ursachen der Epilepsie bei Katzen nach wie vor überwiegend unbekannt seien.

Dr. Kerstin Amort - Bewegungsapparat

Erbliche Skeletterkrankungen aus radiologischer Sicht: Dysplasie und ihre Folgen

    Resident des European College of Veterinary Diagnostic Imaging (EAVDI)
    Promotion zum Thema MRT-Untersuchung degenerativer Veränderungen der lumbosakralen Bandscheibe beim DSH
    Assistentin in der Abteilung Radiologie an der Klinik für Kleintiere (Chirurgie) der Justus-Liebig Universität in Gießen
    Mitglied der Gesellschhaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflusster Skeletterkrankungen bei Kleintieren (GRSK)
    Arbeitsgebiet: Veterinärmedizinische Bildgebung mit Schwerpunt degenerative und erbliche Skeletterkrankungen
    Kontakt

    Klinikum Veterinärmedizin der Justus-Liebig Universität Gießen
    Klinik für Kleintiere
    Frankfurter Straße 108
    35392 Gießen

HD Hüftgelenksdysplasie:

Frau Dr. Amort erläuterte, dass vor dem Zuchteinsatz alle Tiere aller Rassen geröntgt werden sollten: Schwanz, Rücken und Hüfte, aber auch die Extremitäten. 30 % der Tiere hätten Hüftdysplasie. Laut Frau Dr. Amort könnten diese Werte nur mittels strikter Selektion endlich verbessert werden.
Frau Dr. Amort führte weiter aus, dass auch der Norberg Winkel (Tiefe des Gelenks) bestimmt werden sollte.
Weiterführender Link:
Iris A. Polzin - Untersuchungen zur HD bei Katzen unter Berücksichtigung von Rasseunterschieden

Prof. Dr. Jürgen Zentekt - Ernährung

Fütterung von Eltern und Welpen - BARFen auch für die Katze?

    Hauptarbeitsgebiet ernährungsbedingte Probleme bei Haustieren
    Fragen der Diätetik bei Erkrankungen
    Ernährungsbedingte Effekte auf die intestinale Mikrobiologie und das Immunsystem
    Kontakt
    Institut für Tierernährung
    Königin-Luise-Straße 49
    14195 Berlin

Prof. Dr. Zentekt wies darauf hin, dass der Katzenhalter bitte nur nach eingehender Information seine Katzen mit BARF ernähren solle. Zum Beispiel sei Vitamin A in falschen Mengen dosiert, ausgesprochen schädlich. Er erläuterte auch, dass BARF-Fertigmischungen nicht immer geeignet seien.
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Zusammenfassung:
Ines Brauer, http://www.vom-enzenberg.de/
Renate Gebel, http://www.wild-tulip.de/
Annegret Otten, http://www.chateau-classic.de/

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letzte Aktualisierung am 18. Juni 2013

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